In unserem Reisespecial „Florida“ haben wir unseren Redakteur im November einfach mal aus dem trüben, tristen München ins warme Florida, genauer nach Miami, Key West, Fort Myers und Cape Coral geschickt. Hier ist nun sein ultimativer Reisebericht, der nicht nur Spass zum Lesen macht, sondern auch sofort zum Nachreisen!

Beginn der Reise:

München im November – bei gruseligem Nieselregen und Temperaturen um den Gefrierpunkt komme ich am Flughafen Franz-Josef-Strauss an mit dem Ziel: Miami, Florida.

Ich war noch nie in Florida und irgendwie freue ich mich schon darauf, vorallem weil ich nun dem Alltag hier mal für ein paar Wochen entfliehen kann – denn die Zeit zwischen Oktoberfest und Weihnachten ist jetzt nicht gerade die Zeit in der es besonders viel Spaß macht in München zu leben – und ich meine nicht mal „nur“ das Thema Wetter, sondern auch dieses hektische Treiben schlechtgelaunter Personen die anscheinend der Vorweihnachts-Blues schon voll eingenommen hat.

1,5 Stunden Wartezeit: Stau vor dem Sicherheitscheck, Flughafen München

Ich spüre dies noch ein letztes Mal, als mir meine Heimatstadt zeigt, dass es nicht so einfach ist sie zu verlassen, denn obwohl ich ja online schon eingecheckt hatte und bereits vor Wochen die USA Visum-Anmeldung (ESTA) erfolgreich bestanden habe, stehe ich nun am Terminal und warte auf Einlass in den Sicherheitsbereich.

Vielleicht liegt es daran, dass mit mir viele andere aus dem nasskalten München flüchten wollen, vielleicht auch nur daran dass das Personal in der Sicherheitskontrolle restlos überfordert ist, egal – Fakt ist, das letzte was ich nun für 3 Wochen „mitnehme“ aus meiner Heimat ist ein 1,5 Stunden langes Schlangestehen inkl. Gedrängel, Verzweifelten Fluggästen die ihre Flieger dadurch verpassen und viel Hektik und Stress um mich rum.

Auch meine gedankliche Vorstellung dass ich in wenigen Stunden meine Füße am Strand von Miami ins Wasser halten kann, machen es nicht besser, wenngleich ich dort zumindest den blauen Fleck „auskurieren“ kann, den mir ein netter Mensch neben mir in der Warteschlange im Laufe des Anstehens in meine Wade machte, weil er wieder und wieder versuchte, sein Handgepäck rigoros nach vorne zu pushen.

Irgendwann war auch dies dann endlich geschafft und nur wenig später spürte ich zum ersten Mal, was es wirklich auf sich hat mit dieser amerikanischen Freundlichkeit, mit dieser lässigen Art die Menschen entschleunigen kann – als wir endlich zum Boarding aufgerufen wurden – und zwar nach einzelnen Reihen! Wow!

Kleiner Trick – große Wirkung, denn somit schafft es US Airways, dass der Stress und die Hektik beim Betreten der Flugmaschine vollkommen weg sind, und nicht unzählige Menschen in den Gängen warten müssen bis jemand sein Handgepäck verstaut hat – die hintersten Reihen wurden zuerst aufgerufen, die vordersten zuletzt und jeder „durfte“ mitfliegen…

Erster Stopp: Philadelphia

Viele Airlines fliegen nach Miami – manche direkt, und manche wie die US Airways machen einen Zwischenstopp in einem der größten Drehkreuze der USA: Philadelphia. Mir persönlich war dieser zweistündige Zwischenstopp nicht unrecht, zumal man ja bei der Einreise in die USA so einiges zu tun hat, bis man wirklich in das Land gelassen wird – und hier in Philadelphia wirklich Profis arbeiten – überall – sei es bei der Imigration, beim Sicherheits-Check oder auch sonst als Infopersonal oder in den unzähligen Restaurants und Bars.

(Zwischen-)Ziel erreicht: Miami

Zwei Stunden später ging es endlich weiter nach Miami – und weitere zwei Flugstunden war ich endlich in Miami angekommen! Wow! Schon beim Überflug von Miami konnte man die imposante Skyline ein wenig erahnen und nachdem wir gelandet waren, merkten wir schnell, dass in Amerika das Wort „Größe“ anscheinend anders definiert ist wie wir das so kennen. Was für ein Flughafen – was für Dimensionen – was für Wege!

Bis man beim Gepäckband und somit bei seinem Koffer ist, hat man „gefühlt“ einen Halbmarathon hinter sich – aber alleine die dort um 20 Uhr Ortszeit herrschenden Temperaturen von über 20 Grad machen alles ein wenig „erträglicher“ zumal auch das Personal nett und freundlich ist und somit, auch nach einer langen Anreise sich alles ein wenig stressfrei gestaltet – genauso wie die Suche nach einem Taxi – dort ist ein Taxieinweiser der genau für jeden das „richtige“ Taxi herwinkt – große Gruppen bekommen große Fahrzeuge, kleine Reisegruppen entsprechend kleinere Limousinen. Auch gut: die 20 minütige Taxifahrt vom Flughafen Miami nach Miami Beach ist per Fixpreis (32 Euro) gedeckelt.

Hotel Blanc Kara, Miami Beach

Ich hatte mich bei der Reiseplanung immer wieder mit dem heiklen Thema beschäftigt, das Beste und gleichzeitig bezahlbarste Hotel in Miami Beach herauszufinden.

Klar gibt es in Miami viele, unzählig viele Hotels und alle großen Hotelketten sind in Miami mit mindestens einem Haus vor Ort – allerdings ist halt neben dem Hotel und dem gebotenen Standart auch die Lage mitentscheidend! Ich hatte mir bei der Planung wirklich überlegt, was ich von (m)einem Hotel wirklich benötige, was mir wichtig ist, was ich machen will, und habe mich territorial auf den Art Deco District, einem der Hotspots von Miami, festgelegt.

Im diesem Stadtteil gibt es viele kleinere Hotels und nach einem Studium von Booking, Tripadvisor und Kayak habe ich kurzerhand das Boutique- Hotel Blanc Kara gebucht. Dieses Hotel ist klein, fein, liegt absolut zentral, mit allem ausgestattet was man für 3-4 Tage Miami wirklich benötigt und bietet auch (Stand: November 2014) ein sehr gutes Preis-Leistungsverhältnis). Die bisherigen Hotelbewertungen sind nicht nur sehr gut, sondern auch echt, denn auch jetzt, nachdem ich da war und nun nochmal für diesen Bericht hier die bisherigen Bewertungen durchlas kann ich sagen – ja, es stimmt wirklich!

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Gepflegte Zimmer, nettes Personal, alles ruhig gelegen, nur 5 Minuten zum weltberühmten Ocean Drive und dem Strand – Restaurants zum Frühstücken und Essen zu Fuss in 1-5 Minuten fussläufig zu erreichen – und ein kleiner Supermarkt um den Kühlschrank der im Zimmer integrierten Kitchenette mit Getränken zu füllen nur 2 Minuten entfernt – ja, so kann es sein – und so war es auch! Der erste Kaffee am Morgen kann mit der Nespresso Kapselmaschine ganz gemütlich auf dem Zimmer getrunken werden – weitere Kapseln gibts an der Rezeption gegen Bezahlung oder für die Extrem-Sparer auch im Supermarkt 1 Min. weg.

Das Hotel Blanc Kara hat zwar keinen eigenen Parkplatz, aber der wird auch nicht wirklich benötigt, denn rund um das Hotel gibt es unzählige Parkmöglichkeiten – manche mit Parkuhr, manche sogar kostenfrei.

Nach einem freundlichen Empfang im Hotel und dem Einchecken und Inspizieren des Hotelzimmers ging es nochmal in die Stadt – ein bisschen in Miami Beach „reinschnuppern“.

Erster Tag, Miami Beach

unendliche Weiten am Strand von Miami Beach

Nach einem ausgiebigen Frühstück im „Big Pink“ einem, direkt neben dem Blanc Kara gelegenen Restaurant, wo anscheinend auch viele Einheimische ihr Frühstück genießen haben wir dann zunächst mal den Strand inspiziert.

Wow! Was für Dimensionen! Der unendliche lange und extrem breite Sandstrand beeindruckt durch seine Größe. Wer einmal in Italien am Teutonengrill sich vorkam wie in einer Sardinendose, wird hier das Gefühl haben zu vereinsamen. Beeindruckend!

Nach einem kurzen Wassertest haben wir uns dann entschieden am Nachmittag wieder zum Strand zurück zu kehren und zunächst mal ein wenig die Stadt Miami selbst auf uns wirken zu lassen.

Kaum am Ocean Drive ein paar Meter gegangen buchten wir eine geführte Stadtrundfahrt im offenen Bus um die wichtigsten Hotspots der Stadt zumindest schon mal im Vorbeifahren zu sehen, ein paar Informationen zu bekommen, und wenn uns etwas besonders gut gefällt, dann dort auszusteigen und später im nächsten oder übernächsten Bus wieder weiter zu fahren (Hop-On, Hop-Off).

Die insgesamt fast dreistündige Rundfahrt gibt einen wirklich detaillierten Einblick in Miami und Miami Beach. Die englischsprachige Führung weiß viel, erzählt viel und auch Hintergründiges und Witziges wird geboten. Was man unbedingt auf sich wirken lassen sollte sind die Stadtteile „Coconut Grove“ und „Little Havanna“ – es macht Spass vom Stadtteil der „Privilegierten mit hohem Einkommen“ und den entsprechenden Villen und Vorgärten dann in eine kleine kubanische Enklave einzutauchen und den jeweiligen Spirit aufzunehmen.

Zufahrt zu Palm Island und Hibiscus Island

Wer „Schön und Reich“ sehen will, der hat leider Pech, denn die Inseln „Star Island“, „Palm Island“ und „Hibiscus Island“ werden bei diesen Stadtrundfahrten nicht angefahren. Sean Combs, Gloria Estefan, Don Johnson, Rosie O’Donnell, Shaquille O’Neal und viele andere Promis und VIPs wollen lieber „unter sich“ wohnen – und somit ist die Zufahrt auf die jeweilige Insel streng bewacht und nur nach Anruf in der jeweiligen Villa möglich.

Am Nachmittag genossen wir dann den Strand in vollen Zügen. Sonne auf der Haut, traumhaft sauberes Wasser in einer tollen Färbung und kaum Menschen in direkter Umgebung – das hat schon was – vor allem wenn man als Münchner diese Form des Sonnenbades zuletzt vor Urzeiten am Gardasee genoss – dort allerdings eng, gedrängt und sauber in Parzellen mit Schirmen getrennt. Dies alles ist in Miami Beach dann doch „ein wenig“ anders – genauer gesagt: Kein Vergleich!

Sport in Miami, überall und jederzeit

Sport am Strand von Miami: Open-Air-Fitness-Center

Für diejenigen, die auch im Urlaub gerne Sport treiben: Der Strand von Miami Beach ist das Mekka der Jogger, Läufer und Sportbegeisterten.

Nahezu den ganzen Tag laufen Menschen am Strand entlang und für diejenigen die lieber Gewichte pumpen und stemmen hat Miami sogar mehrere „Open-Air-Fitness-Center“ wo Mann und Frau unter freien Himmel und ohne Eintritt den Körper stählen können.

Miami´s Ocean Drive am Abend

Wer menschenscheu ist, sollte den Ocean Drive in Miami meiden – denn dort ist der Puls der Stadt – vorallem am Abend!

Klar ist es nicht nur der touristische Hotspot – aber auch ein Schmelztigel von verschiedenen Kulturen, verschiedenen Restaurants und somit auch Anziehungspunkt für alle die entweder in Miami Beach leben oder dort Urlaub machen – kurzum: Es ist voll, es ist laut, es ist gut und es ist, vorallem was die Qualität der Restaurants angeht, absolut keine Touristenfalle, wenngleich es auf den ersten Blick so wirken könnte.

Ocean Drive, Miami Beach

Man muss es mögen, dass jedes Restaurant einen eigenen Animateur angestellt hat, der die Passanten anspricht und die Vorteile des jeweiligen Restaurants anpreist und mit zahlreichen Verlockungen um die Gunst (erster Cocktail aufs Haus…) buhlt – aber das Ganze läuft keineswegs nervig und unter der Gürtellinie ab, sondern freundlich, nett und wenn man zeigt dass man nicht will, wird man auch sofort wieder in Ruhe gelassen.

Wir waren zweimal am Ocean Drive essen – in unterschiedlichen Restaurants – und haben in beiden Fällen absolut keinen Reinfall erlebt. Die Speisen waren gut, die Preise natürlich hoch, aber wer am Ocean Drive einfach das Entertainment von „Sehen und Gesehen werden“ beim Essen im Freien geniessen will, der bekommt dieses Entertainment so nur hier.

Was man als Deutscher erstmal schluckend zur Kenntnis nehmen muss, ist der Umstand, dass die nette Bedienung nach dem Essen sofort unaufgefordert mit der Rechnung kommt, wenn man keine weiteren Wünsche äußerst. Das ist so, das ist hier so üblich – und ein Sitzen ohne Konsumieren ist einfach nicht, Punkt! Genauso wie die Trinkgelder – verglichen mit Deutschland – unverhältnismäßig hoch sind – in der ganzen USA. Damit man dies auch nicht vergisst, wird einem auf der Rechnung oftmals per Hand bereits mehrere Möglichkeiten der Trinkgeldhöhe aufgeschrieben – meistens zwischen 15-22% – und irgendwo dazwischen ist die Wahrheit.

Im Zweiten Teil des Reise Specials „Florida“ berichte ich u.a. über Mietwagen, das Shopping Paradies Dolphin Mall und Key West

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